Die Geschichte des Maibaums

Am Vorabend zum 1. Mai werden in vielen Regionen Deutschlands Maibäume aufgestellt. Vor allem in Ober- und Niederbayern – und natĂĽrlich auch am „Hinteren Prenzlerweg“ in OsnabrĂĽck, wo sich die Nachbarn entschlossen haben, im Wendehammer             einen Maibaum aufzustellen.

Das Aufstellen eines Maibaums ist ein sehr alter Brauch, der wahrscheinlich auf die Naturverehrung und den Baumkult                  in germanischer Zeit zurĂĽckgeht. Der Maibaum, ursprĂĽnglich ein junge Birke oder Buche, gilt seit jeher als Symbol der                    Fruchtbarkeit und des wiedererwachenden Lebens im FrĂĽhling.

Belegbar ist der Maibaum-Brauch ab dem 13. Jahrhundert. Er setzte sich schnell durch, obwohl er zunächst von der Kirche          als heidnischer Kult verboten und verfolgt wurde. Nach dem DreiĂźigjährigen Krieg (1618 – 1648), der bekanntlich in OsnabrĂĽck     mit dem Abschluss des Westfälischen Friedens beendet wurde, errichteten Soldaten zum 1. Mai regelmäßig Maibäume zu     Ehren der Offiziere, FĂĽrsten, hoher Ratsherren und angesehener BĂĽrger. Zur Belohnung erhielten sie reichlich Maibier und       andere VergĂĽnstigungen.

Besonders beliebt ist der Maibaum-Brauch in Bayern. Schon im 16. und 17. Jahrhundert ist der Brauch belegt, dass junge Burschen zum Maifest ganze Bäume aufstellten, um ihre Stärke zu demonstrieren und ihre Freundinnen zu beeindrucken.                   Wurden sie erwischt, gab es PrĂĽgel und Geldstrafen.

Ab dem Jahre 1808 erhielten die Gemeinden in Bayern das Recht zur Selbstverwaltung. Viele alte Verbote wurden aufgehoben;    der Maibaum galt jetzt wieder als Symbol des neuen bayerischen Staatsbewusstseins, aber auch des Zusammenhalts               und Wohlstands der nun freien Gemeinden.

Der Baum wird mit einem oder mehreren groĂźen Kranz geschmĂĽckt und mit bunten Bändern behängt. Hinzu kommen               noch geschnitzte Figuren oder Zunftzeichen der örtlichen Handwerker. An der Errichtung eines Maibaumes beteiligt sich der ganze Ort; es gibt viel Arbeit, aber vor allem SpaĂź.

Mit dem Maibaum am „Hinteren Prenzlerweg“ soll einerseits auf die alte Tradition hingewiesen werden, andererseits ist der Maibaum aber auch ein Zeichen der Verbundenheit der Bewohner mit ihrer Stadt.

Fotos vom Maibaumfest